Echo aus dem Gemeinderat, Bauausschuss vom 9.6.2026

Die Bauausschusssitzung am 9.6.2026 hat gezeigt, wie weit die Auffassungen über den Umgang mit dem sogenannten „Bauturbo“ auseinanderliegen.

Auf der Tagesordnung stand eine Bauvoranfrage für eine Hackschnitzelheizung mit zwei Wohnungen im Außenbereich. Verwaltung und Bürgermeister hatten empfohlen, die Entscheidung zu verschieben, bis der Gemeinderat im Juni festlegt, ob und unter welchen Bedingungen der Bauturbo in Grasbrunn überhaupt angewendet werden soll. Andere Gemeinden haben bereits entschieden, ihn im Außenbereich nicht anzuwenden.

Dennoch stimmte die Mehrheit des Ausschusses für das Vorhaben. Dagegen votierten lediglich Bürgermeister, SPD und Grüne.

Aus unserer Sicht ist das das falsche Signal. Bevor erste Projekte auf Grundlage des Bauturbos genehmigt werden, sollten die politischen Leitlinien beschlossen werden. Sonst werden Fakten geschaffen, bevor die grundsätzliche Debatte überhaupt geführt wurde.

Die Sitzung hat auch ein strukturelles Problem deutlich gemacht: In den auf sieben Mitglieder verkleinerten Ausschüssen verfügen kleinere Fraktionen nur noch über einen Sitz. Dadurch fehlt oft der Austausch innerhalb der Fraktion, unterschiedliche Sichtweisen können kaum eingebracht werden und die Arbeitsbelastung für die einzelnen Ausschussmitglieder steigt

Warum wird im Außenbereich überhaupt so streng gebaut?

Als Außenbereich gelten Flächen außerhalb der zusammenhängenden Ortschaften. Dort soll grundsätzlich nicht gebaut werden, damit Natur- und Landwirtschaftsflächen erhalten bleiben, das Ortsbild geschützt wird und keine Zersiedelung entsteht.

Genau deshalb wird aktuell auch diskutiert, ob und in welchem Umfang der sogenannte „Bauturbo“ im Außenbereich angewendet werden soll.

Mitchelle Nelson

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