Wussten Sie schon, dass die Hauptroute der Bahn von Skandinavien zum Mittelmeer mitten durch Grasbrunn und Vaterstetten führt?
Deshalb hat der geplante Ausbau des Brenner-Nordzulaufs auch Folgen für unsere Bürgerinnen und Bürger – vor allem in Neukeferloh.Mit der vorgesehenen Blockverdichtung durch das neue Zugleitsystem ETCS im Abschnitt Kirchseeon–Trudering soll die Kapazität der Strecke verdoppelt werden. Das bedeutet deutlich mehr Zugverkehr – und entsprechend mehr Lärm.Die grüne Gemeinderätin Inge Ziegler war daher zuletzt in Kirchseeon bei der Infoveranstaltung „Lärmschutz am Brenner-Nordzulauf“ mit der Bundestagsabgeordneten Carmen Wegge (SPD). Rund 200 Bürgerinnen und Bürger, Bürgermeister und weitere Amtsträger waren anwesend. Das große Interesse zeigt: Das Thema bewegt die Region.
Mehr Züge – aber kein zusätzlicher Lärmschutz?
Nach derzeitiger Einschätzung der Bahn gilt unser Abschnitt P0 als „Ausbaustrecke“, bei der kein Anspruch auf Lärmschutz nach Neubaustandard bestehe, da „nichts neu gebaut“ werde. Tatsächlich sind jedoch auch bauliche Maßnahmen vorgesehen. Geplant ist unter anderem ein neuer Überholbahnhof zwischen Baldham und Zorneding. Dort sollen auf rund 2 km Länge zusätzliche Gleise gebaut werden.
Rechtslage: Anspruch auf Neubaustandard?
Mehrere Städte und Gemeinden haben inzwischen eine Rechtsanwaltskanzlei eingeschaltet, um ihre Position rechtlich zu untermauern. Die beauftragte Kanzlei kommt zu dem Ergebnis, dass die geplanten Maßnahmen rechtlich als „wesentliche Änderung“ gelten. In solchen Fällen besteht grundsätzlich Anspruch auf Lärmschutz nach Neubaustandard. Verschiedene Urteile des Bundesverwaltungsgerichts stützen diese Einschätzung.
Arbeitskreis fordert Lärmschutz für alle Gemeinden
Der überparteiliche Arbeitskreis Bahnlärm Kirchseeon (https://bahnlaerm-kirchseeon.de/) unterstützt ausdrücklich eine Verlagerung von Güterverkehr von der Straße auf die Schiene. Zugleich fordert er für alle Gemeinden von Kirchseeon bis Trudering einen aktiven Lärmschutz nach Neubaustandard. Diese Position teilen wir.
Gesundheit und Lebensqualität sichern
Mit der A99, der B304 und der 4-gleisigen Bahnstrecke sind unsere Bürgerinnen und Bürger in Neukeferloh schon heute erheblich durch Lärm belastet. Dauerhafter Verkehrslärm erhöht nachweislich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlafstörungen. Lärmschutz ist also nicht nur eine Frage der Lebensqualität, sondern auch der Gesundheit.
Jetzt die Weichen richtig stellen
2026 entscheidet der Bundestag über den Lärmschutz in unserem Abschnitt. Bis dahin müssen die Interessen der betroffenen Gemeinden klar formuliert sein.
Grasbrunn darf nicht außen vor bleiben
In der Region hat sich ein breites Bündnis aus Kommunen von Kirchseeon bis Trudering gebildet, das gemeinsam Lärmschutz nach Neubaustandard fordert. Unsere Gemeinde war bislang nicht dabei.Wir halten es für notwendig, dass sich unsere Gemeinde aktiv beteiligt und die Interessen unserer Bürgerinnen und Bürger klar vertritt.Auf eine schriftliche Anfrage von Inge Ziegler hin hat Bürgermeister Korneder inzwischen Kontakt zu seinem Amtskollegen in Vaterstetten aufgenommen. Dieser will darauf hinwirken, dass Grasbrunn zu zukünftigen Treffen eingeladen wird.Wir stehen in direktem Austausch mit dem Arbeitskreis Bahnlärm Kirchseeon und werden darauf achten, dass der Lärmschutz entlang der Bahnstrecke die Aufmerksamkeit bekommt, die es verdient.
Unabhängig davon, wie die Wahlen ausgehen und wer künftig Verantwortung trägt: Wir bleiben dran!

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